The Dark Ages

Freitag, 14. Oktober 2016 - 20:00

Marstall München

The Dark Ages als Uraufführung.

Foto: Thomas Dashuber

The Dark Ages

Ein Projekt von Milo Rau

Uraufführung

Was geschieht mit Menschen, wenn ihre Überzeugungen und Staaten zerbrechen? Der Untergang des Dritten Reiches und die Schrecken des Jugoslawienkrieges bilden die historische Folie für ein intimes Kammerspiel über die finsteren Seiten des sich vereinigenden Europas.

Schauspieler aus Bosnien, Deutschland, Russland und Serbien erzählen persönliche Geschichten über Vertreibung und Heimatlosigkeit, des Weggehens und Ankommens, des Engagements und der Verzweiflung. Biografische Close-Ups, begleitet von Musik, die die slowenische Kult-Band Laibach für „The Dark Ages“ komponiert.

Milo Rau ist derzeit einer der bekanntesten Regisseure Europas. Er hat mit „Hate Radio“ eine zum Völkermord aufrufende Radiostation in Ruanda inszeniert, hat „Breiviks Erklärung“ verlesen lassen und „Die Moskauer Prozesse“ u. a. gegen Pussy Riot in Moskau neu aufgerollt. „The Dark Ages“ ist der zweite Teil von Raus Europa-Trilogie, die 2014 mit dem gefeierten Stück „The Civil Wars“ begann und ein intimes Tableau unseres Kontinents zeichnet – eine politische Psychoanalyse unserer Zeit.

The Dark Ages was last modified: August 11th, 2016 by vollblutTEAM

Der Geldkomplex

Samstag, 8. Oktober 2016 - 20:00

Marstall München

 Der Geldkomplex nach Franziska Gräfin zu Reventlow.

Foto: Thomas Dashuber

Der Geldkomplex

nach Franziska Gräfin zu Reventlow

“Das Geld kommt nur zu dem, der es mehr liebt als alles andere.” Wolfgang Kröske alias Dr. Seltsam

Mäuse. In Franziska Gräfin zu Reventlows heiter-anarchischem Briefroman weist sich die Protagonistin in ein Sanatorium ein, die Diagnose lautet: “Geldkomplex”. Kröten. All ihr Denken und Fühlen dreht sich ums Geld – das sie nicht hat, das sie braucht und ersehnt. Schotter. Längst hat sich eine komplizierte Liebesgeschichte entwickelt: „Ich bin tatsächlich dahingekommen, das Geld als ein persönliches Wesen aufzufassen, zu dem man eine ausgesprochene und in meinem Falle eine qualvolle Beziehung hat.” Kohle. Doch die Therapien schlagen nicht an, und schnell sind die Mitpatienten ebenfalls mit dem Geldkomplex infiziert. Zaster.

Zwischen Finanzkrisen, EU-Rettungsfonds, Immobilienblasen und Dispo-Kredit entführt die Inszenierung in ein Sanatorium, das keine Rettung bietet. Mit von der Partie sind ein paar nicht immer zahlungsfähige Puppen. Moneten. Moos. Piepen.

Franziska Gräfin zu Reventlow 1871 bis 1918 war Anfang des 20. Jahrhunderts Königin der Bohème in Schwabing, Schriftstellerin und Malerin mit wechselnden Liebschaften, permanent pleite, für Erich Mühsam “die wertvollste Frau, die ich kannte”.

Der Videoschnipselraremusik- undzuunrechtvergesseneliteraturhermeneutiker Jürgen Kuttner *1958 und die Puppenspielerin Suse Wächter *1969 kümmern sich seit Jahren in theatralischen Projekten um die brennenden Fragen der Gegenwart.

Der Geldkomplex was last modified: August 10th, 2016 by vollblutTEAM

Wir sind Gefangene

Mittwoch, 26. Oktober 2016 - 20:00

Marstall München

"Wir sind Gefangene" von Oskar Maria Graf

Foto: Thomas Dashuber

Wir sind Gefangene

nach Oskar Maria Graf

in einer Fassung von Robert Gerloff und Veronika Maurer

Als Chronik einer Zeit und als Anklage gegen sie verfasste Oskar Maria Graf seinen autobiographischen Roman “Wir sind Gefangene”.

Die in der Kindheit vom Bruder erlittenen Schläge formen im Bäckerssohn Oskar den Wunsch, die eigene Stimme zu erheben. Er flieht nach München, schreibt Gedichte und nennt sich auf Visitenkarten „Schriftsteller“, während er anarchistische Versammlungen besucht und nachts an der Backmaschine steht. Dem Ersten Weltkrieg entzieht er sich durch nicht enden wollendes Gelächter und einen Hungerstreik, schlägt sich mit diversen Tätigkeiten durch, die er gerne auch wieder aufgibt, erhält ein literarisches Stipendium, säuft sich durchs Schwabing der Bohème, agitiert gegen den Krieg und zieht 1918 schließlich mit den revoltierenden Massen durch München, um endlich eine gerechtere Gesellschaft zu leben, wie sie sich in der Bayerischen Räterepublik ankündigt.

Er ist ein Quertreiber in dieser brutalen Zeit und zeigt gerade dadurch Haltung – aus tief empfundener Solidarität mit den Entrechteten, aus störrischem Ungehorsam gegenüber allen Autoritäten und Autoritären, aus radikaler Ablehnung des Kriegs.

 

Wir sind Gefangene was last modified: August 10th, 2016 by vollblutTEAM

Der Geldkomplex – zum 50. Mal!

Donnerstag, 29. September 2016 - 20:00

Marstall München

 Der Geldkomplex nach Franziska Gräfin zu Reventlow.

Foto: Thomas Dashuber

Der Geldkomplex

nach Franziska Gräfin zu Reventlow

“Das Geld kommt nur zu dem, der es mehr liebt als alles andere.” Wolfgang Kröske alias Dr. Seltsam

Mäuse. In Franziska Gräfin zu Reventlows heiter-anarchischem Briefroman weist sich die Protagonistin in ein Sanatorium ein, die Diagnose lautet: “Geldkomplex”. Kröten. All ihr Denken und Fühlen dreht sich ums Geld – das sie nicht hat, das sie braucht und ersehnt. Schotter. Längst hat sich eine komplizierte Liebesgeschichte entwickelt: „Ich bin tatsächlich dahingekommen, das Geld als ein persönliches Wesen aufzufassen, zu dem man eine ausgesprochene und in meinem Falle eine qualvolle Beziehung hat.” Kohle. Doch die Therapien schlagen nicht an, und schnell sind die Mitpatienten ebenfalls mit dem Geldkomplex infiziert. Zaster.

Zwischen Finanzkrisen, EU-Rettungsfonds, Immobilienblasen und Dispo-Kredit entführt die Inszenierung in ein Sanatorium, das keine Rettung bietet. Mit von der Partie sind ein paar nicht immer zahlungsfähige Puppen. Moneten. Moos. Piepen.

Franziska Gräfin zu Reventlow 1871 bis 1918 war Anfang des 20. Jahrhunderts Königin der Bohème in Schwabing, Schriftstellerin und Malerin mit wechselnden Liebschaften, permanent pleite, für Erich Mühsam “die wertvollste Frau, die ich kannte”.

Der Videoschnipselraremusik- undzuunrechtvergesseneliteraturhermeneutiker Jürgen Kuttner *1958 und die Puppenspielerin Suse Wächter *1969 kümmern sich seit Jahren in theatralischen Projekten um die brennenden Fragen der Gegenwart.

Der Geldkomplex – zum 50. Mal! was last modified: August 10th, 2016 by vollblutTEAM

Wir sind Gefangene

Dienstag, 4. Oktober 2016 - 20:00

Marstall München

"Wir sind Gefangene" von Oskar Maria Graf

Foto: Thomas Dashuber

Wir sind Gefangene

nach Oskar Maria Graf

in einer Fassung von Robert Gerloff und Veronika Maurer

Als Chronik einer Zeit und als Anklage gegen sie verfasste Oskar Maria Graf seinen autobiographischen Roman “Wir sind Gefangene”.

Die in der Kindheit vom Bruder erlittenen Schläge formen im Bäckerssohn Oskar den Wunsch, die eigene Stimme zu erheben. Er flieht nach München, schreibt Gedichte und nennt sich auf Visitenkarten „Schriftsteller“, während er anarchistische Versammlungen besucht und nachts an der Backmaschine steht. Dem Ersten Weltkrieg entzieht er sich durch nicht enden wollendes Gelächter und einen Hungerstreik, schlägt sich mit diversen Tätigkeiten durch, die er gerne auch wieder aufgibt, erhält ein literarisches Stipendium, säuft sich durchs Schwabing der Bohème, agitiert gegen den Krieg und zieht 1918 schließlich mit den revoltierenden Massen durch München, um endlich eine gerechtere Gesellschaft zu leben, wie sie sich in der Bayerischen Räterepublik ankündigt.

Er ist ein Quertreiber in dieser brutalen Zeit und zeigt gerade dadurch Haltung – aus tief empfundener Solidarität mit den Entrechteten, aus störrischem Ungehorsam gegenüber allen Autoritäten und Autoritären, aus radikaler Ablehnung des Kriegs.

 

Wir sind Gefangene was last modified: August 10th, 2016 by vollblutTEAM

Wir sind Gefangene

Dienstag, 27. September 2016 - 20:00

Marstall München

"Wir sind Gefangene" von Oskar Maria Graf

Foto: Thomas Dashuber

Wir sind Gefangene

nach Oskar Maria Graf

in einer Fassung von Robert Gerloff und Veronika Maurer

Als Chronik einer Zeit und als Anklage gegen sie verfasste Oskar Maria Graf seinen autobiographischen Roman “Wir sind Gefangene”.

Die in der Kindheit vom Bruder erlittenen Schläge formen im Bäckerssohn Oskar den Wunsch, die eigene Stimme zu erheben. Er flieht nach München, schreibt Gedichte und nennt sich auf Visitenkarten „Schriftsteller“, während er anarchistische Versammlungen besucht und nachts an der Backmaschine steht. Dem Ersten Weltkrieg entzieht er sich durch nicht enden wollendes Gelächter und einen Hungerstreik, schlägt sich mit diversen Tätigkeiten durch, die er gerne auch wieder aufgibt, erhält ein literarisches Stipendium, säuft sich durchs Schwabing der Bohème, agitiert gegen den Krieg und zieht 1918 schließlich mit den revoltierenden Massen durch München, um endlich eine gerechtere Gesellschaft zu leben, wie sie sich in der Bayerischen Räterepublik ankündigt.

Er ist ein Quertreiber in dieser brutalen Zeit und zeigt gerade dadurch Haltung – aus tief empfundener Solidarität mit den Entrechteten, aus störrischem Ungehorsam gegenüber allen Autoritäten und Autoritären, aus radikaler Ablehnung des Kriegs.

 

Wir sind Gefangene was last modified: August 10th, 2016 by vollblutTEAM